Montessori Pädagogik

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Maria Montessori
Italienische Kinderärztin, Pädagogin, Erwachsenenbildnerin. Entwickelt pädagogisches Gesamtkonzept zur Bildung von Menschen. 1907 Eröffnung des ersten Kinderhauses in Rom (Casa de Bambini) – später auf der ganzen Welt. Zusammenarbeit in Wien mit der Familie Freud. Besonderes Engagement bei der Friedens- und Frauenbewegung nach dem 2 Weltkrieg. Wurde 1950 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Unser Verständnis der Pädagogik Maria Montessori

Die Vorteile der Montessoripädagogik für die Erziehung von Kindern liegen einerseits in der bedürfnissorientierten, und individualisierten Haltung zum Kind, die vor allem durch Respekt und durch Wahrung der Würde des Kindes gekennzeichnet ist. Maria Montessoris primäres Anliegen ist die seelische Entwicklung des Kindes zu fördern und ihm beim Aufbau seiner Persönlichkeit zu helfen.

Die Montessori – Pädagogik als eine kind – zentrierte Pädagogik, die nur altersgemischte Gruppen kennt und bei der neurophysiologische Anregungen durch das spezifische Material die kognitiven Lernprozesse fördert und die intendierte soziale Förderung durch Helfen und Helfen – lassen ermöglicht eine optimale Förderung aller Kinder.

Unsere Verantwortung als Pädagogen liegt darin, auf die individuellen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse der Kinder einzugehen und so den Aufbau ihrer eigenen Persönlichkeiten zu ermöglichen.

Erziehung zur Selbständigkeit

„HILF MIR ES SELBST ZU TUN“ – ist wohl das bekannteste Zitat von Maria Montessori und genau das meint aber die Pädagogik nach M. Montessori – deshalb sind alle Übungen und Tätigkeiten darauf ausgerichtet, den Kindern die größtmögliche Selbständigkeit zu gewährleisten um so wenig wie möglich vom Erwachsenen „abhängig“ zu sein um sicherzugehen, dass der innere Bauplan befolgt werden kann.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Die Polarisation der Aufmerksamkeit ist das Schlüsselphänomen, dessen Entdeckung Maria Montessori den Zugang zu einer Pädagogik gewiesen hat die die Entwicklung des Kindes unterstützt. Dies ist offenbar der Schlüssel der ganzen Pädagogik: diese kostbaren Augenblicke der Konzentration zu erkennen und auszunützen. Alle Psychologen sind sich übrigens darin einig, dass es nur eine Art des Lehrens gibt: tiefstes Interesse und damit lebhafte und andauernde Aufmerksamkeit bei den Schülern zu erwecken es muss immer ein Angebot von angemessenen Übungen und Materialien bereitstehen aus dem das Kind wählt.

Vorbereitete Umgebung

Die Vorbereitete Umgebung mit offenen Regalen und den Montessori – Materialien die in ihren didaktischen Prozessen geordnet vorzufinden sind und die Kinder in ihrer intrinsischen Motivation anspricht und ihrer Selbständigkeit fördert. (Selbstkontrolle um nicht in Abhängigkeit zum Erwachsenen zu stehen). Zur Schaffung einer vorbereiteten Umgebung ist es wichtig Kenntnis über die Entwicklung der Kinder zu besitzen um zu sehen was Kinder brauchen, welche Phasen (sensible Phasen) es in der Entwicklung des Kindes gibt und die Sensibilität der Erzieherin in der Frage ob die Umgebung und Einrichtung auch den Bedürfnissen und Interessen der Kinder entspricht.

Aktives Lernen

In der Montessoripädagogik steht das aktive Lernen durch Handeln mit dem Montessori – Material im Vordergrund. Das Material mit dem gearbeitet wird muss dabei bestimmte Anforderungen erfüllen: es muss abstrakte Sachverhalte konkretisieren, veranschaulichen und einzelne Schwierigkeitsstufen isolieren (Teilschritte), es muss dem Kind Rückmeldung über richtig und falsch geben, es muss ästhetisch und ansprechend aufbereitet sein und es muss das Kind zur Aktivität veranlassen.

Freiarbeit

Freiarbeit in der Montessoripädagogik bedeutet sowohl die Freie Wahl der Arbeit aber auch die Freiheit zur Selbständigkeit und Selbsttätigkeit. Aufgrund dieses Eckpfeilers der Montessoripädagogik entsteht bei vielen Eltern die Meinung: „die dürfen machen was sie wollen“ dabei wird aber nicht gesehen, dass diese Freiheit der Entscheidung an die Entwicklungspsychologischen Erkenntnisse gebunden ist.

EIGENTLICH BRAUCHT JEDES KIND NUR DREI DINGE:

 

• es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann,

• es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann,

• es braucht Gemeinschaften, in denen es sich geborgen fühlt.

(Gerald Hüther)