Vorschularbeit

Der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule ist eine besondere Herausforderung, ein Lebensabschnitt geht zu Ende, etwas Neues beginnt. Dennoch ist es nicht der erste Übergang – der Eintritt in den Kindergarten, eine überstandene Krankheit, vielleicht die Geburt eines Geschwisterchens, eine Übersiedelung zum Beispiel sind auch schon Einschnitte in das Leben des Kindes mit änlichen Auswirkungen und Wirkungen.

Ziel der Schulvorbereitung ist es, den Kindern das „Rüstzeug“ zu geben diesen Übergang gut zu bewältigen.

Grundsätzliches…

Die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten die die Kinder zum Eintritt in die Schule brauchen, erwerben sie durch das Spiel und im Umgang mit anderen Kinder.

… Kinder lernen spielend

Das Spiel ist der Hauptberuf des Kindes – da es dabei sich selbst und die Welt um sich herum versehen lernt. Alles was Kinder sehen, hören und fühlen, in den Händen halten und begreifen wird zum Spiel.

Die Kinder machen sich dabei mit Gewohnheiten der Erwachsenenwelt vertraut – sie tun dies handelnd. Das Aktivsein wird von den Kindern als lustvoll erlebt, die Aktivität ist die Grundlage des Spielens. Kinder die viel und intensiv spielen nehmen dabei ihre Individualität, ihre Haltungsmöglichkeiten sowie die Grenzen ihres Handlungsspielraumes wahr.

Um die Wertigkeit des Spiels zu heben, beschreiben wir in der Montessoripädagogik dies als Arbeit. Die Kinder arbeiten an ihrer Entwicklung schaffen Anknüpfungspunkte für weiteres Lernen durch be“greif“en. Viele Montessorimaterialien sind darauf ausgerichtet, den Kindern ein Bild zu vermitteln für einen Sachverhalt – so zum Beispiel liefern Schüttübungen Bilder zum Anknüpfen, wenn es um das Volumen von Körpern geht.

Entwicklungsförderung auf allen Ebenen

Im Spiel/in der Arbeit mit dem Material kann das Kind seine Fähigkeiten in folgenden Bereichen ausbauen:

Im Bereich des Gefühls – das Kind lernt die eigenen Emotionen kennen, es erlebt und verarbeitet Gefühle.

Im Bereich des sozialen Miteinanders – Kinder die viel und intensiv spielen lernen Beziehungen aufzubauen, Bedürfnisse zu äußern, zuhören zu können, zu kooperieren, Verantwortung füreinander zu übernehmen, Kompromisse zu schließen und mit Konflikten umzugehen, Regeln zu akzeptieren, Freundschaften aufzubauen.

Im Bereich der Körperlichkeit – das Kind übt sich im Umgang mit seinem gesamten Körper und verbessert dabei kontinuierlich eine Fähigkeiten – hin zu einer fließenden Gesamtmotorik, einer bessern Auge-Hand-Koordination und einer immer besseren Grob- und Feinmotorik.

Im Bereich des Denkens – durch das Handtieren mit den Materialien wird für ein Kind Abstraktes be“greif“bar – die Wahrnehmungsfähigkeit wird gefördert und die Kinder zeigen in Folge – höhere Konzentrationsfähigkeit und bessere Gedächtnisleistungen, differenzierter Sprache, ein besseres Zahl-, Farb- und Formverständnis.

METHODISCHE KONSEQUENZ

Die systematische Beobachtung der Kinder, eine sorgfältig vorbereitete Umgebung und die reflektierte Haltung der Pädagogin sind unabdingbar um die gesteckten Ziele zu erreichen und den Kindern jene Lernerfahrungen zu bieten die sie zur Schulreife brauchen.

Ein Entwicklungs– und Kompetenzportfolio soll diese Lernerfahrungen dokumentieren. Die Portfolioarbeit bietet viele Möglichkeiten das Lernen der Kinder trasparent zu machen, sowohl für andere aber auch für das Kind selbst.

Im letzten Kinderhausjahr werden die gesammelten Fähigkeiten zusätzlich gebündelt auf Papier gebracht. Jedes Kind gestaltet eine Vorschulmappe in der folgende Bereiche zu finden sind:

– Visuelle Wahrnehmungskompetenzen (z. B. visuelle Figur- Grund- Wahrnehmung, visuelle Differenzierung, Raumlage)

– Auditive Wahrnehmungskompetenzen (z. B. auditive Differenzierung, Anlaute, Reimwörter, Silben)

– Graphomotorische Übungen, Buchstaben (Schwungübungen)

– Geometrische Formen (erkennen, differenzieren, benennen, schneiden, kleben, …)

– Mengen- und Zahlenbegriff

Die Methode der Erarbeitung dieser verschiedenen „Aufgaben“ sieht jeweils vor vom Realen zum Abstrakten zu kommen und jeweils eine Erfahrungsgrundlage zu schaffen. Ein Beispiel um die methodische Vorgehensweise zu verdeutlichen: Bevor geometrische Formen differenziert werden, werden reale Gegenstände nach Formen sortiert. Das „Arbeitsblatt“ soll nur Abschluss einer Arbeit sein und nicht Höhepunkt.

 

2016-09-06-10-16-30
2016-08-17-10-42-53
2016-11-02-12-32-46
2016-06-27-11-20-17
2016-09-20-10-37-20